PRESSEMITTEILUNG
Hamburger mit Herz e.V. fordert: Spracherwerb darf nicht zur Verhandlungsmasse werden!
Hamburg, 16. Februar 2026 – Hamburger mit Herz e.V. äußert mit großer Besorgnis und Entschiedenheit seine Ablehnung gegenüber der aktuellen Entscheidung der Bundesregierung, die Förderung und den Zugang zu Integrations- und Sprachkursen für zugewanderte Menschen drastisch einzuschränken. Diese Kürzungspolitik gefährdet nicht nur die gesellschaftliche Integration, sondern setzt ein fatales Signal: Menschen wird der Zugang zu Sprache – und damit zu Teilhabe – zunehmend versperrt.
Sprache ist der Schlüssel zur Teilhabe, Bildung, Arbeit und sozialer Integration. Ohne verlässliche und zugängliche Sprachförderung werden Menschen ausgeschlossen, statt sie zu befähigen, aktiv an unserer Gesellschaft mitzuwirken. Die geplante Einschränkung von Integrationskursen, insbesondere für Menschen ohne sogenannte „positive Bleibeperspektive“, stellt aus unserer Sicht eine integrationspolitische Fehlentscheidung dar und untergräbt den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Hamburger mit Herz e.V. begleitet seit Jahren ehrenamtlich Zugewanderte in Hamburg – durch Mentoring-Programme, ehrenamtliche Sprachcafés und ergänzende Sprachlernangebote. Diese Arbeit ist für uns ein Herzensanliegen und Ausdruck gelebter Solidarität.
Gleichzeitig müssen wir deutlich sagen: Wir versuchen bereits heute, bestehende große Lücken in der staatlichen Sprachförderung zu schließen. Unsere Sprachcafés, unsere freiwilligen Sprachangebote und unsere Mentor:innen springen dort ein, wo Menschen oft monatelang auf reguläre Kurse warten oder gar keinen Zugang erhalten. Dieses Engagement ist wichtig – aber es darf nicht als Rechtfertigung dienen, staatliche Verantwortung weiter zurückzufahren.
Denn: Ehrenamtliche Angebote können professionelle Integrations- und Berufssprachkurse nicht ersetzen. Sie können nur ergänzen. Wenn die Bundesregierung die Sprachkursförderung weiter kürzt, reißt sie die ohnehin bestehenden Lücken noch weiter auf – und überfordert zugleich die Zivilgesellschaft, wenn sie die Folgen politischer Kürzungen auffangen muss.
Die Bundesregierung gefährdet mit ihrer aktuellen Politik gelingende Integration und diskreditiert zugleich das zivilgesellschaftliche Handeln vieler engagierter Menschen. Das ist nicht nur integrationspolitisch verantwortungslos – es ist auch gesellschaftlich kurzsichtig und wirtschaftlich widersinnig.
Hamburger mit Herz e.V. fordert daher:
✔️ Die unverzügliche Rücknahme der Kürzungen und Zugangsbeschränkungen bei Integrations und Berufssprachkursen
✔️ Eine auskömmliche und dauerhafte Finanzierung von Sprachkursangeboten
✔️ Den Zugang zu Sprachkursen für alle Menschen, die Sprache dringend benötigen –unabhängig von Aufenthaltsstatus oder Prognosen
✔️ Eine klare politische Strategie, die Integration ermöglicht statt verhindert
–>> Wir rufen Politik, Öffentlichkeit und Zivilgesellschaft dazu auf, gemeinsam aufzustehen und ein klares Signal zu setzen: Integration darf nicht kaputt gespart werden.
Siehe auch die Petition „Erhalt der Finanzierung für Integrations- und Berufssprachkurse sicherstellen“ auf Change.org: https://www.change.org/p/erhalt-der-finanzierung-f%C3%BCr-integrations-und-berufssprachkurse-sicherstellen?signed=true
Pressekontakt:
Dr. Anna Punke-Dresen, Vorstand Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising von Hamburger mit Herz e.V.
anna.punke-dresen@hamburger-mit-herz.de
www.hamburger-mit-herz.de
Hier gibt es die Pressemitteilung zum Download.


