Ostern gehört in der christlich-orthodoxen Kirche Äthiopiens zu den wichtigsten Feiertagen. Weil das Osterfest nach dem äthiopischen Kalender errechnet wird, findet es nicht immer parallel zu unserem Fest statt. In diesem Jahr feiern die Äthiopier beispielsweise ab dem 8. April 2018.

Schon vor dem Aschermittwoch wird gefastet: 55 Tage lang von Montag bis Freitag bis 15 Uhr. Die Bestimmungen des Fastens sind streng geregelt. So dürfen zum Beispiel keine tierischen Produkte gegessen werden, mit Ausnahme von Fisch.

Das Prinzip des Fastens gibt es in fast allen Religionen. So viele Fastentage wie in der äthiopisch-orthodoxen Kirche müssen die Gläubigen anderer Gemeinschaften allerdings kaum einhalten. Während in Europa die Fastenzeit an Bedeutung verliert, dürfen in Äthiopien an mehr als 200 Tagen im Jahr keinerlei tierische Produkte konsumiert werden.

Ostern wird dann als eine Art Erlösung zelebriert, denn die Feiertage markieren das Ende der langen Fastenzeit. Der Ostersonntag ist der wichtigste Tag des äthiopischen Osterfestes. Die Menschen versammeln sich in den Kirchen, die mit unzähligen Kerzen geschmückt sind. Dazu wird Weihrauch verteilt. Nach der Messe trifft sich die Familie und es werden, wie zu Weihnachten, kleine Geschenke verteilt. Söhne und Schwiegersöhne schenken ihren Eltern traditionell ein Lamm. Nach Ostern wird dieses Lamm dann geschlachtet und das damit einhergehende Festmahl ausgiebig ausgekostet. Die Kinder gehen von Haus zu Haus und verteilen frisches Gras, das dann auf dem Boden verstreut wird. Sein frischer Geruch steht für das Leben und somit für die Auferstehung.

Text: Joanna Abram

Foto: © Markus Huth