Post aus Mekerie

von Joanna Abram

Wie Sie aus unserem vorigen Newsletter wissen, war ich im Februar in Mekerie. Dort habe ich mich nicht nur um die Verteilung der Spendengelder und andere organisatorische Dinge gekümmert. Ich durfte auch Post aus Mekerie von 20 Kindern für deren Paten in Deutschland mitnehmen. Briefe bekommen und selbst schreiben ist für die Patenkinder ein wirkliches Highlight in ihrem oft recht monotonen Alltag und sie freuen sich immer wahnsinnig über die Post aus Deutschland. Gerade werden die Briefe übersetzt und dann an die Paten versendet.

Wenn Sie selbst Pate eines äthiopischen Kindes sind, nehmen Sie sich doch ein paar Minuten, um Ihrem Patenkind zu schreiben. Sie ahnen gar nicht, was für eine Freude Sie damit machen. Sie können die Briefe per Mail an patenkinder@hamburger-mit-herz.de senden oder an unsere Postanschrift. Im Oktober sind wir das nächste Mal in Äthiopien und können die Briefe dann übergeben.

Bisher haben wir ein Drittel der Kinder aus Mekerie vermittelt. Die anderen warten noch sehnsüchtig auf einen eigenen Paten. Einen Paten zu haben ist für die Kinder etwas ganz Besonderes und bedeutet einen kleinen Hoffnungsschimmer und Lichtblick in ihrem Alltag. In Zeiten wie diesen, da die Äthiopier wieder mit einer schlimmen Dürre zu kämpfen haben und die Vereinten Nationen gerade erst vor einer der schlimmsten Hungerkrisen der letzten Jahrzehnte gewarnt haben, brauchen gerade die äthiopischen Kinder unsere Unterstützung.

Wir würden uns sehr freuen, Sie als Paten in der HAMBURGER*MIT HERZ-Familie begrüßen zu dürfen. Wenn Sie dazu Fragen haben, melden Sie sich gerne bei mir: joanna.abram@hamburger-mit-herz.de.

 

„So einfach kann man seine Zeit spenden“

In einem Hamburger Supermarkt in Sasel hängt ein Acrylkasten – wie in vielen anderen Supermärkten auch. Hier kann jeder, der möchte, seine Leergut-Bons für einen guten Zweck spenden. Nach Absprache mit der Supermarktleitung macht sich Susanne Wockenfuß (66, Rentnerin) seit eineinhalb Jahren einmal im Monat auf den Weg, um diesen Kasten zu leeren und die Bons in Spenden für HAMBURGER*MIT HERZ e.V. zu verwandeln.

Frau Wockenfuß, woher kam die Idee, den Leergutkasten für uns zu leeren?

Eines Tages war die Schatzmeisterin Ihres Vereins, Beate Ngee, bei mir zuhause und wir unterhielten uns unter anderem über HAMBURGER*MIT HERZ. Sie erzählte mir, dass der Verein in diesem Bereich noch Unterstützung braucht und da habe ich gar nicht lang nachgedacht. Kurz zuvor war mein Mann gestorben und ich brauchte Beschäftigung. Außerdem fand ich die Projekte des Vereins schon immer sehr unterstützenswert und ich freute mich sofort auf meine neue Aufgabe.

Wie verwandeln Sie die Bons in eine Spende für HAMBURGER*MIT HERZ?

Da muss ich ordentlich angeln, denn der Leergutkasten ist ziemlich weit oben angebracht. „Lieber Gott“, denke ich jedes Mal, „warum hast du mir die fehlenden 5 cm Körpergröße nicht gegeben?“ (lacht). Ich bin klein und versuche, auf Zehenspitzen an den Kasten zu kommen. An der Kasse werden die Bons dann eingescannt. Tja, und dann bekomme ich die Ausbeute. Letzten Monat waren es 180,54€, das war Rekord bis jetzt. Ich erhalte das Geld in bar und überweise den Betrag dann gleich an HAMBURGER*MIT HERZ.

Was sagen Ihr Umfeld und Ihre Familie denn dazu?

Sie finden das gut. Ich freue mich, dass ich das tun kann. So tut man wenigstens etwas.

Dann bleiben Sie uns trotz der fehlenden 5 cm erhalten?

Ich sehe das total sportlich und wenn ich ehrlich bin, wünschte ich, es gäbe noch mehr Kästen in meiner Nähe. Wenn ich mal in einem Supermarkt bin, in dem kein solcher Kasten hängt, frage ich schon auch mal nach. Sowas braucht doch jeder Supermarkt!