Warum engagiere ich mich als Pate?

„… um zu helfen, wo Hilfe am meisten benötigt wird und um sicher zu gehen, dass das Geld auch dort ankommt, wo es benötigt wird.“ (Barbara)

„Ich engagiere mich regelmäßig im sozialen Bereich und begleite HAMBURGER*MIT HERZ e.V. auch privat mit der ein oder anderen Spende. Als mich unser Controller Stefan ansprach, ob wir als Fundsware an einem langfristigen Engagement interessiert sind, war ich sofort bereit, hier die Verantwortung als Unternehmen wahrzunehmen. Ich selbst habe Kinder und bin mir bewusst, dass diese unter deutlich besseren Bedingungen aufwachsen können. Darüber sind sich viele meistens nicht im Klaren – auch nicht darüber, dass bspw. für die Kinder von Namosi grundlegende Dinge des täglichen Lebens eine Besonderheit darstellen – welche für uns selbstverständlich sind. Daher möchten wir als Fundsware GmbH zum einen unseren Teil dazu beitragen, dass sich die Schule von Namosi langfristig entwickeln kann und zum anderen ins Bewusstsein rufen, dass wir nicht alles als selbstverständlich hinnehmen können und dürfen. Mit der Übernahme der Patenschaft für die Studentin Brigid wollen wir einen Beitrag für eine Schulbildung über Grenzen hinweg leisten und freuen uns darauf, die Entwicklung an der Schule begleiten zu dürfen.“ (Torsten)

#KULTURVERSTÄRKER

– Ein Kultur-Patenschaftsprojekt von HAMBURGER*MIT HERZ e.V. –

Viele Jugendliche, die in bildungsfernen Familien aufwachsen, kennen Theater und Museen nur von außen. Das wollen wir ändern und neue Perspektiven schaffen.

Das neue Mentoring-Projekt richtet sich an Hamburger Jugendliche, denen es aufgrund von sozialen, familiären oder finanziellen Gründen bisher verwehrt blieb, Kultur zu erleben. Das Projekt vermittelt 1-zu-1-Patenschaften, die den Jugendlichen eine persönliche Begleitung und einen Einstieg ins Hamburger Kulturleben ermöglichen.

Inzwischen haben wir bereits mehr als 20 kulturbegeisterte Mentoren*gefunden. Die Absprachen mit den Schulen laufen und wir hoffen auf die ersten Zusagen von Schülern in den nächsten zwei bis drei Wochen. Wir werden dann in Etappen mit dem Projekt starten, erste Kulturveranstaltungen werden geplant. Die Jugendlichen bekommen einen Einblick in die Vielfalt der Kulturlandschaft, können sich mit ihrem/r Paten/in über die besuchten Veranstaltungen austauschen und neue Interessen entdecken.

WERDEN SIE PATE:

Wir suchen kulturbegeisterte Menschen, die Offenheit und Toleranz gegenüber Jugendlichen mitbringen und im genannten Zeitraum zeitlich flexibel sind. Die Veranstaltungen werden hauptsächlich am Wochenende oder auch abends unter der Woche stattfinden.

Der Eintritt in die Veranstaltungen wird für die Ehrenamtlichen vergünstigt bzw. kostenlos sein.

Nächste Infoveranstaltungen werden im neuen Jahr stattfinden.

Ihr Ansprechpartner für weitere Infos und Anmeldung: denise.friedrichsen@hamburger-mit-herz.de

Das Projekt wird unterstützt durch „Landungsbrücken – Patenschaften in Hamburg“ und ist ein Projekt der BürgerStiftung Hamburg, in Kooperation mit dem Mentor.Ringgefördert aus Mitteln des Bundesprogramms „Menschen stärken Menschen“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Begegnungsstätte mit Sprachtreff, kultureller Unternehmungen und kreativer Praxis.  Ein Integrationsprojekt von HAMBURGER*MIT HERZ e.V.

von Anna Punke-Dresen

Einmal durch die Elbphilharmonie laufen? In der ersten Reihe bei einer Jazz-Session sitzen? Staunend bei einem Poetry Slam zuhören? Wir freuen uns, dass wir ab Ende August solche und noch viel mehr spannende Kulturveranstaltungen zusammen mit Geflüchteten und Freunden des Vereins HAMBURGER*MIT HERZ besuchen werden.

Dank der Förderung des „FREIRÄUME!“ Fonds für kulturelle Projekte mit Geflüchteten können wir über mehrere Monate vielfältige Veranstaltungen und Ausflüge in Hamburg und Umgebung gemeinsam besuchen und damit gesellschaftliche Teilnahme und Zugang zu kulturellen Angeboten in Hamburg ermöglichen. Auch unsere Herzkammer soll dabei zu einem Ort kultureller Begegnungen werden.

Das sind unsere nächsten Termine: (Änderungen vorbehalten)

15.12.2018: Freizeitkultur: gemeinsames Kochen in der Herzkammer des Hamburger mit Herz e.V.

19.01.2019: Freizeitkultur: gemeinsamer Spieleabend in der Herzkammer des Hamburger mit Herz e.V.

26.01.2019: Führung durch das Museum für Kunst und Gewerbe

02.02.2019: Führung durch die Hauptkirche St. Michaelis und die Krypta

09.02.2019: Freizeitkultur: gemeinsamer Filmabend in der Herzkammer des Hamburger mit Herz e.V.

23.02.2019: Museum für Arbeit mit Museumsgespräch und eigenem Erproben von Arbeitsprozessen

Anmeldungen unter: kultur@hamburger-mit-herz.de

Wir freuen uns nicht nur über Teilnehmer, sondern auch über Ideen und Personen, die kulturelle Veranstaltungen betreuen oder sogar selbst durchführen möchten. Bei Interesse und Fragen gerne auch an: kultur@hamburger-mit-herz.de

von Katrin John

Im Rahmen ihrer Projektwoche „Fluchtpunkt Hamburg“ besuchten uns Schülerinnen und Schüler des Johanneums aus der Klassenstufe 8-11. Das Ziel des Projektes war, Begegnungen mit geflüchteten Menschen zu schaffen, Informationen über Fluchtursachen zu liefern und Vorurteile zu hinterfragen. Des Weiteren sollte ein Perspektivwechsel stattfinden, der Anregungen zur Mithilfe in Flüchtlingsinitiativen liefern soll. Die Jugendlichen besuchten in der Woche unterschiedliche Institutionen und Workshops.

Dabei ging es ganz praktisch um das miteinander Reden. Unsere Besucher kamen schnell in Kontakt mit den Geflüchteten und auf beiden Seiten war das gegenseitige Interesse groß.

Für ein gesellschaftliches Miteinander lohnt es sich, über den Tellerrand zu schauen und in den Dialog zu kommen, darin wurden die Schülerinnen und Schüler bestärkt. Wir danken für das Interesse, die Offenheit und den Weitblick! Kommt gern wieder, wir haben uns sehr gefreut!

Und auch die Schüler haben über ihr Projekt geschrieben: https://www.johanneum-hamburg.de/index.php/besondere-aktivitaeten-und-projekte/804-eine-herzensangelegenheit

von Benjamin Holm

Rund 100 Gäste genossen das herrliche Wetter und die tolle Stimmung beim diesjährigen Sommerfest.

Gorden Isler und Joanna Abram begrüßten die Gäste und dankten den Ehrenamtlichen, die sich für den Verein in der Integrationsarbeit, in Afrika und in Äthiopien, engagieren. Als kleines Geschenk hatte die Schatzmeisterin Beate Ngee selbstgekochte Marmelade mitgebracht.

Unter den Teilnehmenden waren Partner unseres Vereins, Mitglieder, Mentoren und Paten unserer Projekte sowie Nachbarn aus Hoheluft. Auch eine Reihe von Mentees (Geflüchtete aus Eritrea) freuten sich am Wetter und dem vielseitigen Salatbuffet.

„Unsere Herzkammer wird mehr und mehr der Ort in Hoheluft, wo Ehrenamt und tolle Projekte zusammenfinden“, stellte Elke Steinweg, Leiterin des Mentorenprojektes, fest.

Höhepunkt des Festes war der Auftritt der Hamburger Soulpop-Sängerin MIU, die mit ihrem Solo-Auftritt an Ukulele und Keyboard das Fest bereicherte.

 

von Valentin Asensio

Vielleicht erinnern Sie sich noch, Ende April war die Hamburger Innenstadt vom Marathon-Fieber befallen. Wir von HAMBURGER*MIT HERZ waren ebenfalls infiziert und haben gleich drei Staffeln mit insgesamt zwölf Läufern an den Start gebracht, die bei herrlichstem Sonnenschein gemeinsam eine tolle sportliche Leistung erbracht haben.
Es gab insgesamt vier Staffelabschnitte von 16,3km, 11,2km 5,4km und 9,4km. Das Wunderbare: Alle Läufer von HAMBURGER*MIT HERZ haben ihren Streckenabschnitt mit Bravour gemeistert! Die Staffelläufer kamen alle aus unseren Sprachlotsen-  bzw. unserem Mentoring-Projekt. Beim Lauf haben die Jungs wirklich alles gegeben und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Alle drei Staffeln haben es in die Top 100 der Staffelläufer geschafft.

Platz: 23 (HAMBURGER*MIT HERZ e.V. II)
Platz: 38 (HAMBURGER*MIT HERZ e.V. I)
Platz: 100 (HAMBURGER*MIT HERZ e.V. III)

Wir als Verein sind natürlich besonders stolz und freuen uns, mit allen SchülerInnen und Mentees zusammen.
Ein riesiges Lob und Dankeschön an alle ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer: Ohne eure Unterstützung am Marathontag hätten wir gar nicht erst antreten können. Danke für das frühe Aufstehen, die Spitzen-Hilfe und euer Mitfiebern. Ihr seid klasse!

Ich freue mich schon total auf nächstes Jahr!

von Anja Werner

An einem der ersten warmen Abende, die uns dieser Frühling bescherte, traf ich mich mit ein paar Freunden im „Karls Café & Weine“ – einem äthiopisch-eritreischen Restaurant in Ottensen. Mit dabei war Bethlehem – Bethi, eine junge Eritreerin und Neu-Hamburgerin. Ich hatte sie dazu eingeladen, die Speisen aus „Karls Café“ zu probieren und dabei von den typischen Gerichten ihrer Heimat und den besonderen Ritualen rund ums eritreische Essen zu erzählen.

Ich war als Erste beim Lokal und wurde sofort von einem herrlichen Mix aus Weihrauch- und Popcorn-Duft empfangen, der aus dem kleinen Lokal auf die Straße wehte. Alex, der Inhaber, stellte sich mir vor und ließ mich den schönsten Platz aussuchen. Ich wählte einen kleinen Tisch im Außenbereich. „Geh auch mal rein“ sprach er ganz vertraut mit mir, „und sieh dir alles an.“ Das ließ ich mir natürlich nicht nehmen. Im Gastraum duftete es nach Kaffee, der den ganzen Abend über in einer Kaffee-Zeremonie zubereitet wird. Nein, hier drückte natürlich niemand auf den Knopf des Vollautomaten, vielmehr saßen zwei junge Afrikanerinnen zusammen und brühten nach alter Tradition den weltberühmten äthiopischen Kaffee auf. An den Wänden hingen landestypische Bilder, Flaggen und Trachten, auf den Schränken stand äthiopische und eritreische Handwerkskunst. Sogar der Fußboden war authentisch mit Gras und Blumen ausgelegt.

„Dieses Gras steht für den Segen der Fruchtbarkeit“ erklärte Bethi, die gerade dazugekommen war, und lachte – also besser schnell wieder raus. Der Rest meiner Freunde war bereits eingetroffen, wir setzten uns und bestellten Wein. Bethi blieb bei Wasser. „Wein schlägt mir auf den Magen“, erzählte sie uns, „das war schon immer so. Auch die Schärfe unserer Speisen vertrage ich nicht immer so gut.“ Bethi stammt aus Eritrea, ist 30 Jahre alt, lebt seit etwa drei Jahren in Hamburg und ist gläubige Christin. „Ich koche hier sehr oft die Gerichte, die ich von meiner Mutter gelernt habe, besonders an Feiertagen, nur gibt es manchmal nicht die gleichen Zutaten wie zuhause oder sie heißen anders.“ So hatte sie einmal Freunde gebeten, ihr Gehacktes mitzubringen, um daraus eine typische Speise aus ihrem Heimatland für sie zu kochen. Gemeint hatte Bethi Fleisch, das, wie in Eritrea üblich, mit dem Messer gehackt wird – wie eine Art Gulasch. Doch wer bei uns Gehacktes bestellt, bekommt Mett. Mett kennt die eritreische Küche jedoch gar nicht. Bethi musste also improvisieren und hat dennoch etwas Leckeres gezaubert.

In Karls Restaurant gab es dann ein Menü in drei Gängen. Man kann es mit Fleisch, als vegetarische Speisen und vegane Alternative bestellen. Vor dem Essen wurde uns eine Kanne mit Wasser und eine Schale gereicht, in der wir unsere Hände wuschen, denn in Eritrea isst man mit der Hand. Die Vorspeise: drei verschiedene Brote, drei verschiedene Aufstriche und Mus-Arten sowie ein Schälchen mit einem leckeren, frischen Linsensalat. Das Brot mit der getrockneten Tomate kommt mir allerdings spanisch vor – das kann ich mir nicht als eritreische Spezialität vorstellen. Gibt es das wirklich in Eritrea? „Ja, ganz genau so,“ sagte Bethi.

Der Hauptgang für fünf Personen kam dann auf einem riesigen, runden Teller, der in die Mitte des Tisches gestellt wurde. Ein Injera-Fladen lag auf dem wagenradgroßen Teller zuunterst, darauf die verschiedensten Gemüse, Soßen und Hähnchenbeine. Dazu brachten uns die Kellnerinnen weitere gerollte Injera. Bethi riss ein Stück des Fladens mit ihrer linken Hand ab, das sah mit einer Hand schon ziemlich akrobatisch aus, fuhr damit in die Soße und, jetzt wird’s spannend, steckte es ihrem Sitznachbarn in den Mund. „Bei uns ist das ein Zeichen des Respekts. Wir füttern die Menschen, denen wir Respekt zollen.“ Auch wir anderen waren nun eifrig am Füttern.

Bereit standen außerdem eine große Schale mit Hühnerbeinen für uns alle und ein Schälchen mit körnigem Frischkäse. „Der Frischkäse neutralisiert übrigens die Schärfe der anderen Speisen. Wem das Essen zu scharf wird, der rührt sich Frischkäse unter“, erklärt Bethi und nimmt sich einen großen Löffel davon. Ich genieße die Schärfe und finde sie sehr angenehm.

Während des Essens stellen wir Bethi viele Fragen, wir sind richtig neugierig geworden:

Welche Grundnahrungsmittel habt ihr in Eritrea?

Unsere Injera-Fladen sind aus Teff-Mehl und sogar glutenfrei. Es gibt reichlich Kohl: Grünkohl, Weißkohl, all sowas. Außerdem machen wir viele Soßen oder Salate mit Linsen. Wenn man sie zerstampft, bekommt man sämige Soßen davon. Und an alles geben wir getrocknete Chilischoten, sie wirken antibakteriell.

Sieht euer Ernährungsplan viele tierische Produkte vor?

Ein sehr bekanntes Gericht enthält ein Hühnerbein und ein gekochtes Ei, aber eigentlich ernähren wir uns größtenteils vegan. Zu Fastenzeiten verzichten wir ganz auf tierische Produkte.

Wie oft fastet ihr denn?

Zweimal in der Woche für einen ganzen Tag und mehrmals im Jahr für mehrere Wochen.

Gibt es etwas, das man bei Tisch nicht tut?

Man leckt sich nicht die Finger ab. Meine Mutter hat immer geschimpft, wenn ich das als Kind getan habe.

Wie behandelt man Gäste? Ist das wie bei uns?

Ja, es ist sehr ähnlich. Der Gast bekommt immer zuerst und immer das beste Stück. Er wird mit ein paar Happen gefüttert und bekommt von allem am meisten. Gastfreundschaft wird bei uns großgeschrieben.

Erinnerst Du Dich an einen Brauch, der bei euch zuhause immer eingehalten wurde?

Zu jedem gemeinsamen Essen hat mein Vater zuallererst jedem Familienmitglied ein Stück Injera gereicht, das wir ohne Soße aßen. Danach begann das eigentliche Essen.

Wir plauderten noch lange mit Bethi. Ich fand es bemerkenswert, wie das Essen von einem gemeinsamen Teller unsere Gruppe im Laufe des Abends immer vertrauter gemacht hat – oder war es das Essen mit den Händen? Insgesamt war es jedenfalls ein weitaus innigeres und gemütlicheres Zusammensein, als eine Mahlzeit in einem schicken Hochglanzrestaurant, bei der man sich gegenübersitzt.

Und wie fand Bethi das Essen bei „Karls“ und den gemeinsamen Abend? „Es war toll und hat nach Zuhause geschmeckt.“

Abderrahman Aloui (28) und Robiel Hadish (21) sind Freunde. Der eine ist in Hamburg geboren und aufgewachsen, der andere ist vor zwei Jahren von Eritrea nach Hamburg geflüchtet. Kennengelernt haben sich die Beiden beim Sprachunterricht von HAMBURGER*MIT HERZ, heute sind sie Mentor und Mentee. Wie das funktioniert und was die Beiden besonders aneinander schätzen, lesen Sie hier.

Valentin Asensio von HAMBURGER*MIT HERZ: Wie habt ihr beide euch kennengelernt?
Abdu:
Ich habe mich bei HAMBURGER*MIT HERZ bereiterklärt, für einen Mentee da zu sein und wollte gern jemanden kennenlernen, der aus Eritrea kommt und geflüchtet ist.

Wie bist Du zu HAMBURGER*MIT HERZ gekommen, Robiel?
Robiel:
Ich wollte Deutsch lernen, habe den Deutschkurs für etwa fünf Monate besucht und habe hier dann Abdul kennengelernt. Das war nach meinem Integrationskurs. Anfang März habe ich auch meine nächste Sprachprüfung: B1. Ich habe in einem Hamburger Refugee-Café gehört, dass man bei euch Sprachkurse besuchen kann. Meine Freunde haben mich dann einfach mal mitgenommen.

Robiel, war Hamburg Deine erste Station in Deutschland?
Robiel:
Ich habe mich in der Schweiz als Geflüchteter registrieren lassen. Dann war ich etwa zwei Wochen in Frankfurt bevor ich nach Hamburg gekommen bin. Ich habe gehört, dass es hier sehr schön sein soll.

Was machst Du gerade, Abdu?
Abdu:
Ich studiere momentan noch bis Ende Juli an der HAW, der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, „Mediasystems“. Das geht in Richtung Informatik, Programmieren, App-Entwicklung, Webdesign.

Habt ihr beiden euch sofort gut verstanden oder musstet ihr euch erst ein bisschen aneinander gewöhnen?
Abdu:
Wir haben uns zuerst hier bei HAMBURGER*MIT HERZ getroffen und direkt ein erstes Treffen vereinbart. Wir haben bei mir zuhause Tee getrunken und uns in Ruhe darüber ausgetauscht, wie Robiel hierhergekommen ist und was ich so mache.

Habt ihr schon viel zusammen unternommen?
Abdu:
Bei unserem zweiten Treffen waren wir zusammen essen in der Schanze und Robiel ist auch schon mal bei uns im Wohnheim an die Bar gekommen oder wir haben zusammen gekocht.

Wie oft seht ihr euch?
Abdu:
Alle zwei bis drei Wochen. Das liegt gerade daran, dass ich momentan so stark an der Uni eingebunden bin. Wir möchten uns nämlich gern etwas häufiger sehen.
Robiel: Und ich bin momentan jeden Tag in der Schule und habe dreimal die Woche Nachhilfe in Grammatik nachmittags im Refugee-Café.

Was mögt ihr denn besonders am anderen?
Abdu:
Robiel ist richtig bemüht, alles gut zu schaffen. Immer, wenn ich mit ihm rede, merke ich, wie er besser wird mit der Sprache. Er ist sehr bemüht, Arbeit zu finden und Deutsch zu lernen und hat mir gesagt, dass er gern noch mehr mit Deutschen zu tun hätte, um noch besser Deutsch lernen zu können.

Robiel, hast Du ein Ziel, auf das Du hinarbeitest?
Robiel:
Weitermachen mit meinem Deutsch, erst B1, dann B2 und dann würde ich gerne eine Ausbildung machen. Ich habe früher in Eritrea als Automechaniker gearbeitet und habe in Deutschland ein Praktikum gemacht zwei Wochen lang. Und ich würde gern noch mehr Praktika machen.

Ist Dir am Anfang irgendetwas besonders aufgefallen, als Du nach Deutschland gekommen bist?
Robiel:
Die Leute stehen zum Beispiel in der S-Bahn nicht auf für ältere Menschen. Das gibt es in Eritrea nicht. Wenn ich hier aufstehe, wollen die Leute das manchmal gar nicht und fragen mich, warum ich das mache.

Was machst Du gern in Deiner Freizeit?
Robiel:
Ich gehe sehr gern spazieren, treffe Freunde oder gehe ins Fitnessstudio. Damit habe ich gerade angefangen, zwei- bis dreimal die Woche.
Abdu: Ich gehe regemäßig zum Fußballspielen und will da jetzt auch Robiel mal mitnehmen.

Gibt es etwas, Robiel, wofür Du Abdul dankbar bist?
Robiel:
Ja, dafür, dass er mein Freund ist. Er zeigt mir, was man hier alles machen und lernen kann und wir haben viel Spaß zusammen.
Abdu: Ich versuche, Robiel bei organisatorischen Dingen zu unterstützen. Aber er ist einfach immer schneller als ich. Das nächste Mal, wenn wir uns sehen, hat er das dann schon selbst erledigt (beide lachen). Das finde ich schon echt gut an ihm. Er kümmert sich und versucht, sich sein Leben hier so gut wie möglich aufzubauen.

Abdu, was hast Du von Robiel gelernt?
Abdu:
Ich habe viel über sein Heimatland erfahren und davon, wie er früher gelebt hat. Das hat mich geprägt, weil ich das erst gar nicht glauben konnte. Und ich finde es einfach bewundernswert, wie er das alles hier gemanagt bekommt. Das fällt mir ja schon manchmal schwer, da kann ich echt noch von ihm lernen, von dieser Zielstrebigkeit.

 

 

 

NEW! Hamburger mit Herz e.V. Mentoringprojekt mit Geflüchteten. #MenteeMittwoch

Es gibt was Neues von unserem Mentoring-Projekt: Ab sofort ist bei uns jeden Mittwoch „MenteeMittwoch“. Dann gibt es jeweils ein aktuelles Video, in dem wir Menschen vorstellen, die sich eine Mentorenschaft wünschen, Menschen, die in dem Projekt mitarbeiten und mehr. Unsere aktuellen Videos finden Sie hier (unser Youtube-Kanal) und auf unserer Facebook-Seite.

Noch Fragen, Anregungen? Interesse, einen Neu-Hamburger zu begleiten? Dann melden Sie sich gern bei unseren Koordinatoren. Oder kommen Sie einfach vorbei:

Jeden Mittwoch bieten wir von 16 bis 18 Uhr eine „Mentoring-Sprechstunde“ an.
Oder schauen Sie zu den Öffnungszeiten der „Herzkammer“ vorbei:

Mo-Mi: 14 bis 19 Uhr
Fr. 9-13 Uhr

Hier ist das Auftakt-Video: